{"id":19,"date":"2021-03-22T17:32:18","date_gmt":"2021-03-22T16:32:18","guid":{"rendered":"https:\/\/christinewigge.de\/?page_id=19"},"modified":"2021-06-28T08:20:36","modified_gmt":"2021-06-28T06:20:36","slug":"texte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/christinewigge.de\/?page_id=19","title":{"rendered":"TEXTE"},"content":{"rendered":"<p><b>DIVERSITY 2020\/21<\/b><\/p>\n<p>Wechselbeziehungen von Form\/Nichtform, Innen\/Au\u00dfen und der Bezug zum Raum sind bestimmend f\u00fcr meine Arbeiten. Serielle Auslotungen innerhalb einer selbst gesetzten formalen Begrenzung schaffen Rhythmen und Bez\u00fcge.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die aktuellen Arbeiten besch\u00e4ftigen sich mit unserem Verh\u00e4ltnis zur Natur.<\/p>\n<p>Es ist mittlerweile Konsens, dass wir die Vielfalt, die Diversit\u00e4t bewahren m\u00fcssen. Durch Gobalisierung und Klimawandel und auch aktive Einbringung verbreiten sich Pflanzen weltweit in immer schnellerem Tempo. Wir befinden uns in selbst gemachten Widerspr\u00fcchen, z. B. werden mangels Bl\u00fchfl\u00e4chen Pflanzen ausgebracht, die mittlerweile als invasive Neophyten gelten und klimaresistente B\u00e4ume werden einerseits gepflanzt, andererseits bek\u00e4mpft, da sie bestimmte heimische Naturr\u00e4ume bedrohen.<\/p>\n<p>Es stellt sich die Frage \u2013 was m\u00f6chten wir bewahren? Was empfinden wir als heimisch, als zugeh\u00f6rig? Hat es mit Nischen zu tun, mit Unauff\u00e4lligkeit, Gewohnheit, Nutzen?<\/p>\n<p>Flechten ist eine alte Menschheitstechnik, um etwas zu bewahren\/aufzubewahren. Geflechte aus Eisendraht, die an Samenformen erinnern, ergeben kleine zarte Raumzeichnungen.<\/p>\n<p>Metallrahmen bilden ein grafisches Ger\u00fcst\/ein Ordnungsprinzip, aber auch eine umfassende Einheit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Kunst in Kirchen 2019 \u00a0\u00a0<\/strong>|<strong>\u00a0 \u00a0<\/strong><strong>EDEN \u2013 SEHNSUCHTSORT<\/strong><\/p>\n<p>Presseartikel von\u00a0Elfriede Maresch<\/p>\n<p>Usenborn (det). Auch die evangelische Kirchengemeinde Usenborn nimmt an \u201eKunst in Kirchen\u201c mit dem Thema \u201cEden\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>teil. Dunkle, leere Kreisformen, eigentlich Ringe h\u00e4ngen auf der einen Seite der St-Laurentius-Kirche. Sie wirken wie ein graziles Mobile, jeder Lufthauch setzt sie in Bewegung. Durch sie hindurch kann man auf den Chorraum mit seinen Wandmalereien sehen, die Aufmerksamkeit wird auf die \u00fcberschlanken Apostelfiguren aus dem 14. Jahrhundert gerichtet, auf die romanischen Triumph-kreuze darunter. Zugleich sind die Ringe Projektionsfl\u00e4chen, Betrachtende fragen sich, was die Leerstelle f\u00fcllen k\u00f6nnte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>\u201eGedankenr\u00e4ume\u201c sieht die Wetterauer K\u00fcnstlerin Christine Wigge darin und l\u00e4dt ein, sich in Ruhe auf die Fragen und Assoziationen einzulassen, die beim Betrachten entstehen.<\/p>\n<p>Die Kreisformen \u00fcber den B\u00e4nken der anderen Seite sind ebenso gro\u00df, ebenfalls aus schwarz lackiertem MDF gefertigt. Hier aber sind die Fl\u00e4chen geschlossen, W\u00f6rter sind eingelasert: \u201eBerghexe\u201c ist zu lesen, \u201eMooshummel\u201c, \u201eWeidenglucke\u201c, \u201eBlaukernauge\u201c, \u201eEint\u00f6nige Wintereule\u201c und \u201eFrankfurter Ringel-spinner\u201c.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Wer hat f\u00fcr Christine Wigge solche Namen ausgedacht \u2013 ein fantasievolles Kind vielleicht oder der Autor eines Kunstm\u00e4rchens? In Wirklichkeit war Wigges Fundort war die Rote Liste, die Aufz\u00e4hlung ausgestorbener oder von Aussterben bedrohter Tiere. Die genannten Namen geh\u00f6ren zu Insekten, vor allem zu Faltern. Der Lebensraum, den sie brauchen, verschwindet mehr und mehr. Statt der seltenen Gr\u00e4ser, die ihre Raupen als Nahrung ben\u00f6tigen, gibt es unkrautfreie Rasenfl\u00e4chen, wenn nicht gar Kies-bedeckt \u2013 der \u201eOrdnung\u201c wegen. So geht eine Art um die andere unwiederbringlich verloren.<\/p>\n<p>Christine Wigge will keinen Biologieunterricht geben. Sie vermittelt mit ihrer Installation das Erlebnis des Fragilen, leicht Zerst\u00f6rbaren, der Dinge, die nicht fixiert, sondern in unendlicher Bewegung sind. Gilt die Verhei\u00dfung \u201eSo lange die Erde steht, soll nicht aufh\u00f6ren Saat und Ernte, Frost und Hitze Sommer und Winter, Tag und Nacht\u201c nicht mehr oder sind die Menschen dabei, deren Basis zu zerst\u00f6ren? Damit gestaltet die K\u00fcnstlerin die Fragen, die sie im Zusammenhang mit dem \u201eKunst in Kirchen\u201c-Thema besch\u00e4ftigen: \u201eWas ist Eden f\u00fcr mich? Was ist mein Sehnsuchtsort?\u201c Sie sucht die Verbindung ihres Werkes mit dem sch\u00f6nen alten Kirchenraum mit seinem ged\u00e4mpften Licht, dem Blick auf Bogen und Chorraum dahinter. Wigge setzt diesem ruhevollen Raum das Bewegliche ihrer Installation entgegen, betont den Zusammenklang: \u201eSchon beim ersten Besuch im Kirchenvorstand vor fast einem Jahr fiel mir die Offenheit auf, mit der mir die Kirchenvorst\u00e4nde entgegenkamen. Es macht mir Freude, meine Arbeit so zu platzieren, dass sie einen eigenen Akzent im Kirchenraum darstellt und sich doch in das Ganze f\u00fcgt.\u201c<\/p>\n<p>Christine Wigge ist in der Wetterau aufgewachsen und lebt und arbeitet mit ihrer Familie hier. Sie hatte in Wiesbaden an der Fachhochschule den Studiengang Kommunikationsdesign belegt und mit dem Diplom in Originaldruckgrafik abgeschlossen. Sie gestaltet grafische Auftr\u00e4ge, setzt sich aber pers\u00f6nlich auch mit Skulpturalem und Bildhauerei auseinander. Dabei w\u00e4hlt sie unterschiedliche Materialien und Ge-staltungen, oft von geometrischen Formen ausgehend. W\u00e4hlte sie zun\u00e4chst eher Papier, Farben, unter-schiedlichstes Collagenmaterial, so wechselte sie zu Stahl, auch zu Acrylglas, das sie mit Lasertechnik gestaltet. So entwickelt sie Strukturen, die mit dem Ausstellungsraum interagieren: Reliefs mit dem Farben- und Schattenspiel ihrer Oberfl\u00e4chen, Bewegliches, das die Luftstr\u00f6mungen selbst im geschlossenen Raum anzeigt. Sie ist bei diesem \u201eKunst in Kirchen\u201c-Projekt die Repr\u00e4sentantin f\u00fcr die Wetterau, hat generell ihre Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen schon in mehreren Bundes-l\u00e4ndern pr\u00e4sentiert und sucht den Dialog mit den Betrachtenden: \u201eIch lade zum Sehen, Denken, Sp\u00fcren, Mittun ein\u201c. Sie hat auf einen Tisch neben dem Kircheneingang recycelte Dosen zum Mitnehmen aufgebaut. Schilfhalme als Nisthilfe f\u00fcr Wildbienen sind darin, daneben Sament\u00fctchen f\u00fcr Bl\u00fcten-pflanzen, die Insekten Nahrung bieten wie Ringelblume, Kamille, Akelei, Borretsch. Geben und Nehmen: in leere T\u00fctchen k\u00f6nnen entsprechende Samen aus dem eigenen Garten gef\u00fcllt werden.<\/p>\n<p>Ins Gespr\u00e4ch mit Christine Wigge k\u00f6nnen Interessierte bei der Er\u00f6ffnungsveranstaltung am Samstag, 24. August um 19 Uhr in der evangelischen Marienkirche Ortenberg kommen. Ebenso bei der Wanderung am Sonntag, 25. August von Ortenberg nach Usenborn (Start um 14 Uhr an der katholischen Christk\u00f6nigkirche Ortenberg).<\/p>\n<p>\u00a9 Elfriede Maresch\/Kreisanzeiger, Erschienen im Kreis-Anzeiger f\u00fcr Wetterau und Vogelsberg am 23.8.1019<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/christinewigge.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Kunst-in-Kirchen-Sehen-denken-spueren.pdf\">Kunst in Kirchen: Sehen, denken, sp\u00fcren<\/a>\u00a0PDF Datei (110 KB)<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Einf\u00fchrungsrede &#8222;ErzArt4&#8220;, KunstTurm M\u00fccke, 2018 <\/strong>(Ausschnitt)<\/p>\n<p><strong>Volker Bunte (Kunsthistoriker, Gie\u00dfen)<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDenken in Bewegung\u201c \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0. . . \u00a02007, 2010, 2014 \u2013 und nun 2018 ErzArt4. Sieben K\u00fcnstlerinnen und sechs K\u00fcnstler zeigen hier ihre Arbeiten. Viele K\u00fcnstlerInnen haben ihre Werke\u00a0direkt f\u00fcr diese Ausstellung hergestellt. Einige Arbeiten haben einen historischen Bezug zu dieser Region. Viele sind ganz speziell f\u00fcr den Ort, an dem\u00a0sie hier aufgestellt sind, angefertigt worden. \u00a0 . . .<\/p>\n<p>Christine Wigge, Friedberg \u201eGruppierung\u201c: \u00a0\u00a02010 zeigte Christine Wigge hier die Schutzh\u00fctte, man konnte Zettel beschriften wen oder was man besch\u00fctzen m\u00f6chte, und die Worte wurden\u00a0dann von ihr an die Wand geschrieben. Ein Versuch den Raum zu gliedern, Rhythmen zu schaffen f\u00fchrt sie auch dieses Mal durch. Wenn Sie in den\u00a0Kunstturm eintreten, stehen Sie ihrer wunderbaren seriellen Installation gegen\u00fcber. ErzArt ist auch oftmals ein St\u00fcck Erinnerung an lokale Geschichte. Das Foto, welches hier Ausgangspunkt der Arbeit ist, zeigt 68 hiesige Erzbergwerksm\u00e4nner, die in ihrer Bergmanns-Ausgeh-Uniform in f\u00fcnf Reihen\u00a0hintereinander wie aufget\u00fcrmt dastehen. Das was aber formal heraussticht sind nicht die Rangabzeichen oder die Gesichter der M\u00e4nner, sondern die\u00a0Knopfleisten ihrer Anz\u00fcge. Der Rhythmus der Knopfleisten zeigt eine legitime Reduzierung des Bildes auf ein Merkmal. Auf die geschichtliche Dimension\u00a0(die Fahne mit Hakenkreuz) oder auch den Umgang damit, wird mit einem kleinen ebenfalls gelaserten Verbotssymbol verwiesen. Strukturen sind\u00a0zum Weiterdenken da. Hier entsteht wirklich Raum f\u00fcr eigene Gedanken. Eine so stark reduzierende und schlicht vereinfachende aber in ihrem Dasein\u00a0so \u201eherrliche\u201c Arbeit, mit der die Friedberger K\u00fcnstlerin exakt den Nabel der Zeit damals wie heute getroffen hat. \u00a0\u00a0. \u00a0 . \u00a0 . \u00a0 .<\/p>\n<p>Ein Schlusssatz \u00a0Menschen kommen hierher nach M\u00fccke, gehen hinaus in die Natur und sprechen mit den Werken, mit sich oder auch miteinander \u00fcber die Kunst und\u00a0die Dinge des Lebens, die als Themen aufkommen. Und diese Themen sind so sehr aktuell!\u00a0Da ist das Werk, und wo stehe ich, wo bin ich, wo geh\u00f6re ich hin. \u2013 Ich und die Anderen. \u2013 Die Behausung, in der ich lebe.\u00a0Man kann hier eigene Gef\u00fchle in Werken entdecken, wiederfinden, erleben, ausleben! Man darf sich auch in Werken verlieren. Man hat die M\u00f6glichkeit,\u00a0viele seiner Gedankenstrukturen zu \u00fcberdenken. Die Kunst hilft zur\u00fcckzuschauen, aber auch mit dem R\u00fcckblick die Zukunft anzuvisieren, nach\u00a0vorne zu schauen. Ohne Kunst w\u00e4re das Leben sehr arm, mit Kunst ist es vielmehr.\u00a0Machen wir uns auf, auf den vierten Weg, zu dieser wunderbaren ErzArt-Ausstellung. \u00a9Volker Bunte (Kunsthistoriker, Gie\u00dfen)<\/p>\n<p>Ausstellung und Symposium gemeinsam mit\u00a0Friedemann Baader, Kassel \/\u00a0Dierk Berthel, W\u00fcrzburg \/\u00a0Monika Bodenm\u00fcller, Hofgeismar \/\u00a0Christine Dahrendorf, Marburg \/\u00a0Markus Elsner, Frankfurt \/\u00a0Sabine Hunecke, Messel \/\u00a0Jan Luke, Marburg \/\u00a0Evangelos Papadopoulos, D\u00fcsseldorf \/\u00a0Regina Schnerch, Marburg \/\u00a0Peter Pelikan, Darmstadt \/\u00a0Markus Stein, Kassel \/\u00a0Ortrud Sturm, R\u00f6dermark \/\u00a0Kuratoren: Volker Sch\u00f6nhals,\u00a0Thomas Vinson<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Einf\u00fchrungsrede \u201emonochrom im weitesten Sinne&#8220;,\u00a0HESSIALE 2017, Landeskunstausstellung des BBK Hessen,\u00a0Marburger Kunstverein; 2.6. \u2013 25.7.2017<\/strong><\/p>\n<p><strong>Dr. Susanne Lie\u00dfegang,\u00a0Kunsthistorikerin. \u00a0<\/strong>(Rede, m\u00fcndlich vorgetragen am 2.6.2017) \u2013 Ausschnitt<\/p>\n<p>. . . Diese Ausstellung\u00a0\u201emonochrom \u2013 im weitesten Sinne\u201c bietet ihnen Beziehungsgef\u00fcge an, die zur \u201eEinheit \u2013 im weitesten Sinne\u201c f\u00fchren. Da ihr Blick auf\u00a0Christine Wigges Installation gerichtet ist, m\u00f6chte ich an dieser Arbeit exemplarisch darstellen, wie das einzelne Kunstwerk ein Bedingungsgef\u00fcge\u00a0von Einheit und Differenz hervorbringt.<\/p>\n<p>Sie schauen auf eine Arbeit, die zun\u00e4chst grafisch anmutet. Es sind Linien, die mehr oder weniger Rechtecke bilden. Es macht den Eindruck,\u00a0als sei der Ursprung ein Quadrat!? Ein Quadrat, das sich verdoppelt hat, das mal nur in Linien erscheint, mal als schwarzer K\u00f6rper. Sie werden\u00a0sehr schnell feststellen, dass diese Fixierung, die ihr Auge sucht und findet, nicht haltbar ist, weil sie immer gekoppelt ist an eine n\u00e4chste\u00a0Ausformulierung dieses Quadrats oder Rechteckes. Und es ist nicht nur ein Durchspielen dieser Rechteckformen, sondern diese Rechteckformen\u00a0bilden zudem ein Zusammenspiel mit der Wand, denn die Linien thematisieren auch die Wand als Wand. Ihr Blick kann die \u201ePerspektive\u201c\u00a0ver\u00e4ndern und Sie beginnen vorrangig die Wand wahrzunehmen. Die Arbeit erscheint dann als Segmentierungen der Wand. Dies Spiel mit\u00a0den unterschiedlichen Wahrnehmungsaspekten setzt sich immer weiter fort. Sie werden kein Ende finden zu definieren, was sie dort sehen,\u00a0sondern werden immer wieder von neuem anfangen, Verh\u00e4ltnisse herzustellen. Verh\u00e4ltnisse unter der Bedingung, dass sie von der Einheit\u00a0her gedacht sind. Eine Einheit, die schwarz und wei\u00df (Wand)hei\u00dft; eine Einheit, die Linie und Rechteck hei\u00dft. Es ist so einfach, so klar und so\u00a0komplex wie das, was sie hier an dieser Wand sehend erfahren. Dieses \u201eModell\u201c kann nicht mit einem Satz erkl\u00e4rt oder gar fassbar werden.\u00a0Wir brauchen sehr viel \u00dcbung in der Anschauung und in der sprachlichen Ann\u00e4herung, um im Gespr\u00e4ch mit anderen, die M\u00f6glichkeit zu\u00a0finden, diese Kunsterfahrung als Denkmodell an anderen \u2013 auch gesellschaftlichen &#8211; Zusammenh\u00e4ngen zu erproben. Genau darin liegt das\u00a0Potential der Kunst.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte abschlie\u00dfend zur eingangs formulierten Bemerkung \u00fcber Kunst und Gesellschaft zur\u00fcckkommen: Kunst kann\u00a0heute hier in Marburg &#8211; und in Kassel \u2013 eine Wirkmacht in gesellschaftlichen Zusammenh\u00e4ngen entfalten, wenn sie uns miteinander ins\u00a0Gespr\u00e4ch bringt. Die Werke alleine an der Wand sind es nicht. Die Kunst birgt die Chance, dass wir ins Gespr\u00e4ch kommen und damit Ideen\u00a0austauschen, die im Alltag eher kaum Beachtung finden. Monchrom weitergefasst zu sehen und zu denken, das ist das Angebot der Ausstellung.\u00a0Daraus ein Fest der Begegnung mit Ideen und Menschen werden zu lassen, obliegt jedem einzelnen und in diese Festveranstaltung\u00a0m\u00f6chte ich Sie jetzt einfach entlassen, ich w\u00fcnsche Ihnen viel Vergn\u00fcgen. \u00a9Dr. Susanne Lie\u00dfegang, Kunsthistorikerin.<\/p>\n<p>Ausstellung gemeinsam mit (Marburger Kunstverein 1)\u00a0Friedemann Baader,\u00a0Nicola Barth,\u00a0Sylvia von Bernstorff,\u00a0Dagmar Miklau Bolterauer,\u00a0Renate Br\u00fchl,\u00a0Veronika Dutt,\u00a0Petra Ehrnsperger,\u00a0Markus Elsner,\u00a0Nicole Fehling,\u00a0Senta Fischer,\u00a0Waltraud Frese,\u00a0Margrit Gehrhus,\u00a0Ingrid Hermentin,\u00a0Hildegard Jaekel,\u00a0Christine K\u00f6nig,\u00a0Mathias Kupferschmid,\u00a0Heinz W. Lotz,\u00a0Jan Luke,\u00a0Roland Meyer-Petzhold,\u00a0Anja Mohr,\u00a0Andrea M\u00fcller-Osten,\u00a0Klaus Philipp,\u00a0Regina Schnersch,\u00a0Veit von Seckendorff,\u00a0Markus Stein,\u00a0Peter Vaughan,\u00a0Christine Wigge\u00a0(Br\u00fcder-Grimm-Stube 2)\u00a0Anna Hoffmann,\u00a0Isabel Franke,\u00a0Nicola Koch,\u00a0Jan Luke,\u00a0Lutz Kirchner \u00a0(Lutherische Pfarrkirche St. Marien 3(\u00a0Friedemann Baader,\u00a0Ingrid Hermentin,\u00a0Sabine Hunecke\u00a0(Kleiner Rittersaal (Museum im Landgrafenschloss) 4)\u00a0Doris Bardong,\u00a0Veronika Dutt,\u00a0Monika Bodenm\u00fcller,\u00a0Heinz W. Lotz \u00a0\/\u00a0\/ \/ \u00a0Jury: Dr. Harald Kimpel, Markus Lepper, Dr. Susanne Liesegang,\u00a0Bernhard Meyer, Dr. Christoph Otterbeck<\/p>\n<p><strong>Presse<\/strong> Gie\u00dfener Allgemeine. \u00a0 \u00a0 . . . \u00a0<em>Christine Wigge (Friedberg) war zweimal in Gie\u00dfen zu Gast, 1994 im Kunsthistorischen Institut in der Reihe \u00bbKunst im Seminar\u00ab und 2007 bei \u00bbKunst: Gerecht\u00ab. Wigge arbeitet mit Raum und Linie und zeigt ein interessantes Verfahren: Laserschnitte in schwarzes Acrylglas. Sie besetzt mit wenigen, relativ kleinen St\u00fccken eine riesige Wand auf schl\u00fcssige Weise, einfach erstaunlich. \u00a0 \u00a0<\/em>\u00a9Dagmar Klein, Gie\u00dfener Allgemeine, 8.6.2017<\/p>\n<p>https:\/\/www.giessener-allgemeine.de\/regional\/stadtgiessen\/Stadt-Giessen-Monochrome-Vielfalt;art71,267612<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Predigtgespr\u00e4ch mit Pfarrer Peters zur Ausstellung \u201eBergungen\u201c Bergkirche Wiesbaden im Rahmen der Ausstellungsreihe \u201eAschermittwoch der K\u00fcnstler\u201c, M\u00e4rz 2013, \u00a0\u00a0<\/strong>Vorab-Gespr\u00e4ch per E-Mail (Ausschnitt)<\/p>\n<p><em>Pfarrer Peters: Frau Wigge, erz\u00e4hlen Sie doch einmal, wie Sie zu den Schutzd\u00e4chern gekommen sind! \u00a0 \u00a0<\/em><\/p>\n<p>Wigge: In einem fr\u00fcheren Projekt hatte ich verschiedene Menschen gefragt, wen oder was sie gerne besch\u00fctzen m\u00f6chten. Danach kam bei mir die Frage auf, ob es vielleicht auch etwas gibt, mit dem sich Menschen selbst Schutz zusprechen. Also habe ich erneut eine Frage gestellt, n\u00e4mlich ob es einen Satz oder ein Zitat gibt das Menschen wichtig ist, sie begleitet.\u00a0Die S\u00e4tze, die ich in die Papierd\u00e4cher geschnitten habe, sind die Antworten, die ich bekommen habe. Ich habe es so umgesetzt, dass man sich darunter stellen kann, wie unter ein sch\u00fctzendes Dach. Gleichzeitig zeigen sie aber auch, in der Fragilit\u00e4t und Durchl\u00f6cherung des Papiers, die Ambivalenz, die in allen Dingen liegt, dass es den absoluten Schutz nicht geben kann \u2013 aber eben vielleicht eine innere Begleitung.<\/p>\n<p><em>Pfr. Peters: Haben Sie ein pers\u00f6nliches Lieblingswort? \u00a0 <\/em>Mich begleitet schon lange ein kleines Gedicht von Pablo Neruda, in dem es darum geht in Zeiten der Dunkelheit geduldig nach einem Licht zu suchen.<\/p>\n<p><em>Was hat Sie drei gereizt mit Ihren Objekten in die Bergkirche zu gehen? \u00a0 \u00a0 <\/em>Es ist immer sehr interessant sich auf unterschiedliche Raumsituaionen zu beziehen und gerade die harmonisch sehr geschlossene Bergkirche ist da nat\u00fcrlich eine gro\u00dfe Herausforderung. Au\u00dferdem stellt ein Kirchenraum inhaltlich ja auch gleich neue Bez\u00fcge her.\u00a0F\u00fcr mich war es sehr sch\u00f6n die Dachformen hier aufzuh\u00e4ngen \u2013 es war ein Gef\u00fchl, als w\u00e4ren sie angekommen.<\/p>\n<p><em>Die Konfirmanden haben sich lange damit aufgehalten, wie ein Satz: \u201cMeine Gartenh\u00fctte ist abgebrannt\u201c auf ein Schutzdach kam. Die Erkl\u00e4rungen waren interessant. Wollen Sie das R\u00e4tsel l\u00f6sen, Frau Wigge? \u00a0\u00a0<\/em>Der Satz auf dem Dach geht ja noch weiter, n\u00e4mlich: \u201eNun verstellt sie mir nicht mehr die Sicht auf den Mond\u201c. Das ist wohl ein chinesisches Sprichwort und ich denke, dass es auf der einen Seite bedeuten kann, sich nicht zu sehr an materielle G\u00fcter zu klammern. Es kann aber auch bedeuten, dass man nach einem Schicksalsschlag schauen kann, welche neuen M\u00f6glichkeiten einem vielleicht daraus erwachsen k\u00f6nnen. Dass sich neue Sichtwesen ergeben, also wie hier im Sprichwort, der Blick nicht mehr verstellt ist.<\/p>\n<p><em>Wollen Sie mit Ihrer Kunst die Sinnfrage stellen? Und Sie Frau Breitenbach? <\/em><em>Ist das auch Ihr Ansatz, Frau Wigge oder stellen Sie doch eher dar, was Sie durch Neugier und Empathie vorher erfragt haben? \u00a0\u00a0<\/em>Kunst stellt meiner Ansicht nach immer irgendwie die Sinnfrage. Mich interessiert auch, wie ist der Mensch in der Welt, wie verbindet er sich?\u00a0Ich finde das Tollste, was man als K\u00fcnstler erreichen kann, ist andere Menschen zu ber\u00fchren, sie zu aktivieren auch Fragen zu stellen oder auch einfach nur genauer hinzuschauen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Einf\u00fchrungsrede &#8222;Novum BBK&#8220;,\u00a0Stadthaus am Dom, Wetzlar, 2004\u00a0<\/strong>(Ausschnitt)<\/p>\n<p><strong>Beate Brunkau \u00a0(Kunsthistorikerin M.A.)<\/strong><\/p>\n<p>In den abstrakten Werken der K\u00fcnstlerin Christine Wigge, die eine Serie ihrer Werke in Rot-, Orange- und Braunt\u00f6nen vorstellt, spielt die Farbe eine besondere Rolle. Es ist eine sehr spezielle Technik und ein ganz spezieller Entstehungsprozess der hier zum Resultat f\u00fchrt. Die Friedberger K\u00fcnstlerin Christine Wigge besch\u00e4ftigt sich seit 1988 in unterschiedlichen Arbeiten und Projekten mit dem Thema: Innen-Au\u00dfen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die hier gezeigten Werke fasst der Begriff: Innere R\u00e4ume die thematische Auseinandersetzung. Sie arbeitet mit Pigmenten und Erde, (teilweise sind es selbst gesammelte Erden), die in Verbindung mit Lein\u00f6l mit den H\u00e4nden in gro\u00dfformatige Papiere direkt eingerieben werden. Es entstehen in mehreren Arbeitsvorg\u00e4ngen \u00fcbereinanderliegende Schichtungen und Lasuren.<\/p>\n<p>Zu Beginn steht oftmals eine innere konzeptionelle Vorgabe die sich auf bestimmte geometrische Formen bezieht- w\u00e4hrend des Arbeitsprozesses verselbst\u00e4ndigt bzw. ver\u00e4ndert sich dies. Durch die Schichtung und die Spuren welche durch die Arbeit mit den blo\u00dfen H\u00e4nden verursacht werden ist es, so wie die K\u00fcnstlerin es selbst beschreibt, eher eine \u201e gef\u00fchlte Geometrie und es kommt eine \u201e Innere Form \u201e zum Ausdruck. Das was als \u201eInnerer Raum\u201c bezeichnet werden kann manifestiert sich im Bild.\u00a0Ihre Werke zeichnen sich durch eine harmonische Gesamtwirkung im Zusammenspiel von Farbverwendung (warme Farben) und strukturgebenden geometrischen Fl\u00e4chen aus. Es ergeben sich keine harten Kontraste, ihre Bilder strahlen eine innere Geschlossenheit und Ruhe aus. Geometrische Elemente, wie das Quadrat, vertikal sowie horizontal versetzt und farblich voneinander abgesetzte Rechteckformationen<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>stehen immer dem Organischen gegen\u00fcber. \u00a0 \u00a9Beate Brunkau (Kunsthistorikerin M.A.)<\/p>\n<p>Ausstellung &#8222;Ohne Titel&#8220;, in der Reihe \u201eNOVUM\u201c des BBK Mittelhessen gemeinsam mit mit Dieter Hoffmeister, Maria Miladinovic, Ortrud Sturm<\/p>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DIVERSITY 2020\/21 Wechselbeziehungen von Form\/Nichtform, Innen\/Au\u00dfen und der Bezug zum Raum sind bestimmend f\u00fcr meine Arbeiten. Serielle Auslotungen innerhalb einer selbst gesetzten formalen Begrenzung schaffen Rhythmen und Bez\u00fcge. &nbsp; Die aktuellen Arbeiten besch\u00e4ftigen sich mit unserem Verh\u00e4ltnis zur Natur. Es ist mittlerweile Konsens, dass wir die Vielfalt, die Diversit\u00e4t bewahren m\u00fcssen. Durch Gobalisierung und Klimawandel &hellip; <a href=\"https:\/\/christinewigge.de\/?page_id=19\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">TEXTE<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-19","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christinewigge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/19","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christinewigge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/christinewigge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christinewigge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christinewigge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/christinewigge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/19\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":361,"href":"https:\/\/christinewigge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/19\/revisions\/361"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christinewigge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}